Vernichtung wertvoller landwirtschaftlicher Böden

in den Diskussionen während der Mahnwachen wird immer wieder deutlich, dass viele Bürgerinnen und Bürger keine Vorstellung von der Größe des Beller Felds haben. Um Ihnen einen Eindruck zu vermitteln, haben wir per Drohnenflug das Gebiet, das die Stadt Amazon überlassen will und die übrige Fläche, die der Landwirtschaft ebenfalls verloren geht, auf Video aufgezeichnet. Josef Bussen vom Gripshof begleitet das Video durch einen Vortrag über die Vernichtung wertvoller landwirtschaftlicher Böden.

Hier geht es zum Beller Feld: 

Tags des Bodens – Mehr politischer Mut

Der Boden ist geplagt. Mikroplastik und Pestizide verunreinigen ihn, Versiegelung und menschgemachte Dürreperioden, durch den Klimawandel, machen ihn unbrauchbar. Warum gehen wir nicht besser mit ihm um? Der Erdboden ist unvermehrbar, er ernährt die Weltbevölkerung. Deshalb brauchen wir mehr Mut und politischen Willen ihn zu schützen.

Zum Internationalen Tags des Bodens (5.12.) ruft die Vereinigung LIPPE ökoLOGISCH, die politisch Verantwortlichen auf, den Erdboden als Grundlage allen Lebens mehr zu schützen. Nur gesunde Böden können ihre wertvollen Funktionen erfüllen.

Landwirte benötigen Ackerböden zur Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln. In diesen Tagen gehen sie erneut auf die Straße, um auf ihre missliche Situation und das schrumpfen der landwirtschaftlichen Betriebe aufmerksam zu machen. Natur- und Waldflächen sind notwendig, um dem Klimawandel zu begegnen und um in den großen Städten für ausreichend Frischluft zu sorgen. Jeder weiß das. Dennoch werden Wälder abgeholzt, wie der Dannröder Wald für eine Autobahn, damit Menschen schneller von hier nach dort kommen. Der Boden wird verunreinigt, mit Müll, Plastik und Giften. Er wird versiegelt durch Straßen, Parkplätze und überdimensionierte Gewerbeflächen. Die Menschheit betreibt Raubbau am Boden. Ist das zeitgemäß, in einer Welt, die vom Klimawandel geplagt ist? Immer mehr Menschen sagen „Nein“ dazu. Vielfache Petitionen, von Tausenden unterschrieben, zeigen das sich die Menschen gegen diesen Raubbau an Boden und Natur wehren. Diese Stimmen ernst nehmen, fordern wir die politisch Verantwortlichen auf.

Auch in Lippe sind Boden- und naturzerstörerische Vorkommnisse sichtbar: Die B239/238 sollen ausgebaut und dadurch Naturregionen, u.a. das Ilsetal zerstört werden. Umgehungsstraßen in  Cappel und Vahlhausen sind geplant, die guten Boden versiegeln. Gewaltige Eingriffe, um einige wenige Minuten schneller zu sein? Straßen, Straßen, Straßen, in einer Zeit, die doch im Zeichen einer Verkehrswende stehen sollte?

In Belle will sich der weltweit kritisierte Speditionsriese Amazon ansiedeln. Steht die Zahl der erwarteten Arbeitsplätze und der Gewerbeeinnahmen wirklich in Relation zu der neu versiegelten 50 Hektar umfassenden Fläche?

Zudem ist der Bau eines gewaltigen Hochwasserrückhaltebeckens an der Wiembecke geplant, einhergehend mit dem beabsichtigten Neubau der Ortsumgehung Hornoldendorf (K90,1n). Viel Natur und Boden werden für ein aufgrund von der Verkehrszahlen fragliches Projekt zerstört. Ökologisch sinnvolle Alternativen für den Hochwasserschutz wurden nicht in Erwägung gezogen.

Allen diesen Vorhaben ist eines gemeinsam: Wertvolle Ackerflächen werden versieget. In den letzten 70 Jahren wurden 115 km² an unversiegelten Böden in Lippe überbaut und versiegelt, in etwa die Fläche der Gemeinde Kalletal (112 km²), errechnete Bernd Milde (NABU). Damit wird auch wertvolle Natur unwiederbringlich zerstört, sozusagen von unseren Kindern und Enkeln geraubt.

Wir rufen die Politiker auf: Habt mehr Mut zum Experimentieren und Ausprobieren! Schaut nach Alternativen – die oft langfristig günstiger und umweltverträglicher sind. Nicht mehr Straßen, sondern mehr Freiraum. Dazu braucht es kreative Ideen: Eine Umverteilung des Straßenraums zugunsten von Fußgängern und Radfahrern. Eine Handvoll von Familien überzeugen vier Wochen auf das Auto zu verzichten und andere Verkehrsmittel zu benutzen. Die Kosten dafür unterstützen und am Ende der Erprobungszeit aus deren Erfahrungen lernen. Ein Stadtverbesserungsreferat gründen, in dem Initiativen und Politiker gemeinsam Lösungen erarbeiten.

Seien Sie mutig, geehrte Politiker. Setzen Sie  nicht einfach das um, was Jahrzehnte zuvor geplant worden ist. Die Zeiten haben sich geändert. Ändern Sie ihr Tun. Schützen Sie das was jeder Mensch braucht: Den Boden auf dem alles (ent)steht, die Basis für unser aller Leben.

BundesBürgerInitiative WaldSchutz berichtet über LIPPE ökoLOGISCH

Die BundesBürgerInitiative WaldSchutz berichtet auf Ihrer Webseite über die LIPPE ökoLOGISCH – Demo im vergangenen August.

https://www.bundesbuergerinitiative-waldschutz.de/2020/10/10/nrw-ohne-b%C3%A4ume-keine-tr%C3%A4ume-vom-verlust-intakter-w%C3%A4lder-und-b%C3%B6den/

Die Initiative hat außerdem eine Petition für ein neues Bundesgesetz zum Schutz der Wälder gestartet:  change.org/wald-statt-holzfabrik

Weltweiter Klimastreik am 25.09. 2020

Lemgo 13:15, auf dem Marktplatz 

Detmold 13:30, auf dem Kaiser-Wilhelm-Platz 

am 25.9. geht es nach langer Pause wieder bundesweit auf die Straßen – zusammen mit Fridays For Future. Wir rufen gemeinsam in einem großen Bündnis mit Umwelt-, Entwicklungs- und Sozialverbänden dazu auf, den Klimaprotest der Schülerinnen und Schüler zu unterstützen. Wir mobilisieren für starke EU-Klimaziele, einen Kohleausstieg 2030 und eine sozial-ökologische Transformation.
Mehr Infos unter

https://fridaysforfuturedetmold.org/

Weltweiter Klimastreik am 25.09. 2020
Weltweiter Klimastreik am 25.09. 2020

Wahlprüfsteine für die LandratskandidatInnen für den Kreis Lippe 2020

Das „Klimaforum Detmold“ und „Lippe for Future“ wollten es wissen. Sie formulierten Fragen zur Klimakrise an die Landratskandidaten.

Alle fünf Kandidaten wurden befragt: Dr. Axel Lehmann (SPD) und seine Herausforderer Jens Gnisa (CDU), Robin Wagener (Grüne), Carsten Möller (FDP) und Ursula Jacob-Reisinger (Die Linke). Dr. Axel Lehmann war der erste, der die Fragen beantwortete.

Bislang trafen keine Antworten von Carsten Möller (FDP) ein. Bilden Sie sich ihr Meinung, in dem Sie die Meinungen der Kandidaten lesen und später auch prüfen, ob die Antworten der Kandidaten auf die Fragen stimmig waren.

Hier geht es zu den Antworten von

Dr. Axel Lehmann (SPD)

Jens Gnisa (CDU)

Robin Wagener (Grüne)

Ursula Jacob-Reisinger (Die Linke)

Demonstration LIPPE ökoLOGISCH

500 Bürgerinnen und Bürger gingen am 30.08.2020 für den Erhalt der Liippischen Böden und damit gegen einen maßlosen Flächenverbrauch auf die gesperrte Lagesche Straße (B239). Etwas zwei Stunden war die B239 gesperrt. Der Demonstrationszug bewegt sich in Richtung Lage, angeführt von Landwirten mit Treckern und flankiert von Polizeibeamten.

Sven Giegold und Robin Wagener im NSG Oetternbach

Sven Giegold und Robin Wagener im NSG Oetternbach

Der Ortstermin im NSG Oetternbach, organisiert vom „Aktionsbündnis: Detmolder Westen“ hat nicht nur die Politiker, sondern alle Besucher*innen beeindruckt. Sven Giegold -Sprecher der Deutschen Grünen im Europaparlament- und Robin Wagener – Landratskandidat für den Kreis Lippe – waren überrascht, hier einen naturbelassenen, sanft plätschernden Bachlauf, gesäumt von alten Bäumen, umliegendem besten Ackerland, Weiden, Feuchtgebieten und einer intakten Artenvielfalt zu erleben.

Die Kurzführung zu den Oetternbachauen, als unbekanntes Kleinod, war in vielfacher Weise beeindruckend für die teilnehmenden Bürger*innen und für die vom „Aktionsbündnis: Detmolder Westen“  eingeladenen Politiker. Vom Lärm hin zur Stille wanderten die Bürger*innen  von der B239 hin zum Oetternbach, der sich mit magerem Wasserstand zeigte. Drei Jahre Trockenheit spiegeln sich auch in lippischen Bachläufen wieder. Dennoch, die Landwirte, die die Ackerflächen am Oetternbach bestellen, können nicht wie ihre Kollegen über Ernteeinbußen wegen der Trockenheit klagen, erklärte Reinhold Kiel als Biolandwirt aus Niewald.

Robin Wagener beeindruckte besonders der plötzlich auftauchende  Rotmilan, der seine Kreise zur Nahrungssuche zog. Als junger Familienvater möchte er seinen Kindern solche Naturschauspiele zeigen. Er sagte: „Die nachfolgenden Generationen müssen diese wunderbare regionale Artenvielfalt noch erleben können. Die lippischen Wirtschaftsunternehmen sind ebenfalls dabei, wie eine IHK-Umfrage belegt. Sie wollen Wachstum in Kombination mit Klima- und Artenschutz realisieren. Das heißt, die lippischen Wirtschaftsunternehmen sind bereit, notwendige Maßnahmen gegen den Klimawandel mitzudenken und zu tragen, sie sind diesbezüglich bereits innovativer als mancher Politiker.“  Gute Voraussetzungen, um Althergebrachtes zu überdenken oder über Bord zu werfen, um Platz für neue Ideen zu machen, die auch Arbeitsplätze sichern und schaffen.

Sven Giegold erklärt in der nachfolgenden Diskussion im Orbker Krug- Syrtaki: „Informationen zu Gewerbegebiets-, Straßenplänen sollten den Bürgern vom Planungsbeginn an zur Verfügung stehen, damit sie sich ein Bild machen können. Transparenz in der Verwaltung und bei der politischen Arbeit ist ein Ziel seiner Partei.“  Eine wirkliche Bürgerbeteiligung, ohne Alibifunktion, das will auch Robin Wagener, als grüner Landratskandidat. Ihm geht es um eine innovative, neue politische Ausrichtung unter Einbeziehung der Wirtschaftsunternehmen und der Umwelt. „Wir müssen jetzt handeln, um die Probleme in den Griff zu bekommen. Alle an einen Tisch, Wünsche und Herausforderungen offen ansprechen und dann loslegen und machen“, das möchte er als Landrat. Wer jetzt, am 13.09. wählt, hat die Chance dafür die Weichen zu stellen.

Rund drei Stunden nahmen sich die Politiker und Bürger*innen Zeit, um miteinander zu sprechen. Die Fragen waren vielfältig: Mit Blick auf die B239n wurde gefragt: Sind mehr Straßen notwendig oder führt das stattdessen zu noch mehr Autoverkehr? Wie läuft es mit dem Detmolder Radentscheid als Teil einer Mobilitätswende? Kann und darf man als Behörde mit Firmen wie Amazon Geschäfte machen? Ist es möglich eine „lippsche Internetplattform“ zum Verkauf von Waren zu realisieren? Letzteres beantwortete Robin Wagener mit einem klaren „Ja.“ „Eine gemeinsame digitale Vertriebsmöglichkeit für die Einzelhändler in der Region, ist seine Idee, die er als Landrat unbedingt umsetzen will. „Das stützt die Händler und zwingt sie nicht in Abhängigkeiten von gigantischen Unternehmen, die viele nicht wollen. Den Einzelhandel müssen wir weiterentwickeln, damit wir lebendige Innenstädte mit vielfältigen Geschäften behalten.“ Da waren sich alle einig.

Helmut Krüger, als Vorsitzender vom Aktionsbündnis, verabschiedete sich mit einem Jerxen-Orbke Buch von den beiden Politikern und bedankte sich bei allen Teilnehmern für den angeregten, offenen Austausch und das Einhalten der Coronaregeln.